BELTTUNNEL: Widerstand geht in nächste Runde


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Am heutigen 15. Februar sollen die Belttunnelplaner von Femern A/S ihre Antworten auf mehr als 12.600 Widerspruchsschreiben gegen den geplanten Belttunnel vorlegen. Diese immens hohe Zahl an Einwendungen war vergangenen Sommer bei der zuständigen Behörde, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, eingegangen. Die BELTRETTER haben starke Zweifel daran, dass die dänischen Tunnelplaner in dieser kurzen Zeitspanne alle Planungsmängel haben beheben können.


Es darf nicht um Schnelligkeit gehen, sondern um Gründlichkeit

Der im Amtsdeutsch so genannte Vorhabenträger Femern A/S ignoriert nach unserer Überzeugung weiterhin alle Risiken des gigantischen Projekts und will es offenkundig mit aller Macht durchsetzen, obwohl größte Zweifel am Sinn des riesigen Bauprojekts bestehen. Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER: “Wird ein Mammutprojekt wie der Belttunnel geplant, dann muss das detailliert und mit aller Umsicht geschehen. Die Bürger sind einzubeziehen, ihre Sorgen und kritischen Hinweise sind ernst zu nehmen. Femern A/S aber tut dies nicht. Denen scheint es um Schnelligkeit, weniger um Gründlichkeit zu gehen. Beim Bau des längsten Absenktunnels der Welt ist das ein gefährliches Spiel.”

Die Menschen würden merken, wenn man versucht sie zu verschaukeln. Dass bereits rund 120.000 Personen die Online-Petition gegen den Belttunnel unterzeichnet haben (beltretter.de/unterschriften), zeige, wie aufgebracht die Menschen sind. Florian Bumm, ebenfalls Sprecher der BELTRETTER, ergänzt: “Die berechtigten Sorgen der betroffenen Bürger in der Region werden offensichtlich als Ärgernis verstanden, das es nur pro forma zu berücksichtigen gilt. Schon nach der ersten Einwendungsrunde wurde der fällige Erörterungstermin in aller Frühe außerhalb der Region angesetzt, um mögliche Widersprüche gar nicht erst anzuhören. Im darauffolgenden Planänderungsverfahren rügte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr immer noch ganze 290 Planungsfehler. Jeder einzelne Fehler kann dramatische Auswirkungen haben.”

Die folgende Einwendungsfrist wurde verkürzt und in die Hauptferienzeit gelegt, auch hier ganz offenkundig, um kritische Stimmen so leise wie möglich zu halten. Dass trotzdem 12.600 Bürger ihre Einwendungen formuliert haben, zeigt in unseren Augen dass sich die Menschen in der Region nicht davon abhalten lassen, ihre Meinung zu sagen.


Die Mängelliste: Nach wie vor lang

Trotz des langjährigen Verfahrens und zwei aussagekräftigen Bürgerbeteiligungen ist die Mängelliste nach wie vor lang: Die Bauarbeiten zu See erhöhen das Havarierisiko auf der stark befahrenen Schifffahrtsroute – eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Während der mindestens achtjährigen Bauphase würde der Tourismus, die Haupteinnahmequelle der Region, leiden. Die angeblichen Wachstumspotenziale nach Eröffnung liegen Gutachten zufolge im Promillebereich. Dass diese tief greifenden Probleme von Femern A/S nun in einem überaus kurzen Zeitraum überzeugend entkräftet werden können, ist auszuschließen.

Karin Neumann: “Unsere Heimat und unser Zuhause werden durch die oberflächliche Planung des Projekts nachhaltig bedroht: Als Transitzone zwischen Hamburg und Kopenhagen mit kilometerlangen Güterzügen alle 20 Minuten ist es mit Ruhe und Erholung vorbei. Der Boden der empfindlichen Ostsee würde auf 18 Kilometern aufgerissen werden, Flora und Fauna langfristig geschädigt. Seltene Tiere wie der Schweinswal würden durch Baulärm und Wasserverschmutzung aus ihrem natürlichen Lebensraum am Fehmarnbelt vertrieben werden. Und das für einen mehr als fraglichen Nutzen.”

Florian Bumm: “Für 5.500 Autos am Tag sollen deutsche und dänische Steuerzahler mehr als 10 Mrd. Euro zahlen. Dafür werden Naturlandschaften zerstört und der für die ganze Region wichtige Tourismus aufs Spiel gesetzt. Die künstlich aufgeblähten Vorteile, die nach wie vor nicht hinreichend belegt werden können, stehen zu diesen desaströsen Konsequenzen in keinem Verhältnis. Der Tunnelbau ist daher überflüssig wie ein Kropf und muss verhindert werden! Wir werden die Pläne von Femern A/S weiter mit Argusaugen verfolgen und beim anstehenden Erörterungstermin auf Missstände aufmerksam machen. Es kann nicht sein, dass die Tunnelplaner die Sorgen der Menschen in der Region nicht ernst nehmen beziehungsweise sogar ignorieren wollen.”

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